Kaufnebenkosten bei Immobilien 


Ratgeber mit hilfreichen Tipps und Informationen

Grunderwerbsteuer
Notarkosten
Grundbucheintrag
Maklerkosten
Sanierungskosten
Finanzierungskosten

Überblick der wichtigsten Kaufnebenkosten beim Immobilienkauf

Beim Erwerb einer Immobilie fallen neben dem eigentlichen Kaufpreis zusätzliche Kosten an, die als Kaufnebenkosten bezeichnet werden. Diese können einen erheblichen Teil der Gesamtinvestition ausmachen und sollten daher von Anfang an in die Finanzplanung einbezogen werden. Für Immobilienkäufer in Sachsen ist es besonders wichtig, die spezifischen Regelungen und Kosten in diesem Bundesland zu kennen, um böse Überraschungen zu vermeiden und den Kaufprozess optimal zu gestalten.
Notarkosten

Die Notarkosten umfassen die Gebühren für den Notartermin und eventuell weitere damit verbundene Dienstleistungen. Sie werden nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) berechnet und sind abhängig vom Kaufpreis. Für eine Immobilie im Wert von 300.000 EUR liegen die Notarkosten in Sachsen typischerweise bei etwa 1.800 EUR bis 2.500 EUR. Die Gebühren der Notare sind gesetzlich festgeschrieben und unterscheiden sich untereinander nicht. Ein Preisvergleich bei Notaren ist daher nicht notwendig.
Grunderwerbsteuer

Die Grunderwerbsteuer stellt in der Regel die größte Position unter den Kaufnebenkosten dar. In Sachsen beträgt sie aktuell 5,5% des Kaufpreises. Diese Steuer muss vom Käufer an das Finanzamt entrichtet werden und wird üblicherweise innerhalb eines Monats nach Abschluss des Kaufvertrags fällig. Die fristgemäße Zahlung der Grunderwerbsteuer ist Voraussetzung für die Eintragung der Auflassungsvormerkung beim Grundbuchamt Leipzig. Die Höhe der Grunderwerbsteuer in Sachsen liegt im bundesdeutschen Durchschnitt im Mittelfeld.
Maklergebühren

Seit Dezember 2020 gilt bundesweit, dass die Maklerprovision zwischen Käufer (Verbraucher) und Verkäufer geteilt werden muss, wenn der Verkäufer den Makler beauftragt hat. In Sachsen liegt die übliche Gesamtprovision bei ca. 5,8% bis 7,14% des Kaufpreises inklusive Mehrwertsteuer. Der Käuferanteil beträgt somit ca. 3,57% inklusive Mehrwertsteuer. In der Regel richtet sich die Maklerprovision nach dem Umfang des Auftrages. Bei größeren Aufträgen kalkulieren Immobilienmakler durchaus auch mit 2% Maklerprovision - je nach Arbeitsaufwand.
Grundbucheintragung

Die Kosten für die Eintragung des Eigentümerwechsels im Grundbuch richten sich ebenfalls nach dem GNotKG. Sie betragen in der Regel etwa 0,5% des Kaufpreises. Bei einem Kaufpreis von 300.000 EUR wären das etwa 1.500 EUR. Die Eintragung ins Grundbuch erfolgt in 2 Schritten. Die erste Eintragung beinhaltet die Auflassungsvormerkung. Nach dieser Eintragung wird meist vom Notar der Kaufpreis fällig gestellt. Im nächsten Schritt wird das Eigentum auf den Käufer umgetragen. Die Bearbeitungszeiten können in Leipzig recht lang sein.

Aktuelle Höhe der Grunderwerbsteuer in Sachsen

Die Grunderwerbsteuer in Sachsen beträgt 5,5% des Kaufpreises. Dieser Satz gilt seit dem 1. Januar 2023, als Sachsen den Steuersatz von vormals 3,5% erhöhte. Diese Anpassung erfolgte, um den Landeshaushalt zu stärken und Investitionen in Bildung und Infrastruktur zu ermöglichen. Im bundesweiten Vergleich liegt die Grunderwebsteuer in Sachsen mit 5,5% im mittleren Bereich.

Auswirkungen auf die Gesamtkosten
Die Erhöhung der Grunderwerbsteuer in Sachsen im Jahr 2023 hat spürbare Auswirkungen auf die Gesamtkosten beim Immobilienkauf. Bei einem Kaufpreis von 300.000 EUR beträgt die Grunderwerbsteuer in Sachsen nun 16.500 EUR. Im Vergleich zum vorherigen Satz von 3,5% bedeutet dies eine Mehrbelastung von 6.000 EUR.
Foto Aktuelle Höhe der Grunderwerbsteuer in Sachsen
ProzentBundesländer
3,5Bayern
5,0Baden-Württemberg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen
5,5Sachsen, Hamburg
6,0Berlin, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern
6,5Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Schleswig-Holstein

Berechnung der Kaufnebenkosten


Als grobe Faustregel für die Kaufnebenkosten in Sachsen kann man etwa 9-12% des Kaufpreises ansetzen. Diese Spanne berücksichtigt die verschiedenen möglichen Szenarien (mit/ohne Makler, Höhe der Notarkosten etc.) und die erhöhte Grunderwerbsteuer. Die Kaufnebenkosten für die Grunderwerbsteuer, den Notar und für das Grundbuchamt sind hierbei obligatorisch. Optional sind Kosten die für den Makler, eventuelle Sanierungen/Renovierungen und Gutachter eingeplant werden müssen.

Anhand nachfolgender Beispielrechnung mit einem fiktiven Immobilienwert von EUR 300.000 versuchen wir Ihnen einen Überblick zu den üblichen Kaufnebenkosten bei einem Immobilienverkauf zu verdeutlichen:
Kaufnebenkosten Sachsen
Grunderwerbsteuer 16.500 € (5,5%)
Notarkosten ca. 2.200 € (geschätzt)
Grundbucheintragung ca. 1.500 € (0,5%)
Maklergebühren (Käuferanteil) 10.710 € (3,57%)
Gesamte Kaufnebenkosten ca. 30.910 €, was etwa 10,3% des Kaufpreises entspricht

Weitere optionale Kaufnebenkosten beim Immobilienkauf

Sanierungs- und Renovierungskosten:
Bei vielen Immobilienkäufen, insbesondere im Bestandsmarkt, fallen unmittelbar nach dem Erwerb Sanierungs- oder Renovierungsmaßnahmen an. Diese Kosten variieren stark je nach Zustand und Alter der Immobilie. Eine gründliche Bestandsaufnahme vor dem Kauf ist unerlässlich, um diese Kosten realistisch einzuschätzen. Häufige Maßnahmen umfassen energetische Sanierungen wie Fenstererneuerung oder Dämmung, Modernisierung von Heizungsanlagen oder Elektroinstallationen, aber auch ästhetische Renovierungen wie Malerarbeiten oder Bodenbeläge.
In Zeiten steigender Energiepreise und verschärfter Effizienzstandards gewinnen energetische Sanierungen zunehmend an Bedeutung. Käufer sollten sich über aktuelle Förderprogramme informieren, die solche Maßnahmen finanziell unterstützen können. Die Kosten für umfassende Sanierungen können schnell fünf- oder sechsstellige Summen erreichen, weshalb sie unbedingt in die Finanzierungsplanung einbezogen werden müssen.
Foto Weitere optionale Kaufnebenkosten beim Immobilienkauf
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Gutachterkosten: Die Beauftragung eines unabhängigen Sachverständigen zur Begutachtung der Immobilie ist eine optionale, aber oft ratsame Investition. Ein qualifizierter Gutachter kann versteckte Mängel aufdecken, die Bausubstanz bewerten und eine realistische Einschätzung des Immobilienwertes liefern. Dies ist besonders wichtig bei älteren Gebäuden oder bei Zweifeln an der Bauqualität.

Die Kosten für ein umfassendes Gutachten variieren je nach Immobiliengröße und Umfang der Prüfung. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus sollten Käufer mit Kosten zwischen 1.000 und 3.000 Euro rechnen. Spezielle Untersuchungen, etwa zur Schadstoffbelastung oder statische Gutachten, können zusätzliche Kosten verursachen. Obwohl diese Ausgabe zunächst hoch erscheinen mag, kann sie sich langfristig auszahlen. Ein Gutachten kann als Verhandlungsbasis für den Kaufpreis dienen und vor kostspieligen Überraschungen nach dem Kauf schützen. Zudem bietet es eine solide Grundlage für die Planung eventueller Sanierungsmaßnahmen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wer zahlt üblicherweise den Makler in Sachsen?
In Sachsen, wie auch bundesweit, gilt seit Dezember 2020 das Gesetz zur Teilung der Maklerkosten. Wenn der Verkäufer den Makler beauftragt hat, müssen die Kosten zu gleichen Teilen zwischen Käufer und Verkäufer aufgeteilt werden. Der Käufer zahlt seinen Anteil erst, wenn der Verkäufer die Zahlung seines Anteils nachgewiesen hat.
Können Kaufnebenkosten finanziert werden?
Grundsätzlich ja, aber nicht alle Banken bieten dies an. Viele Kreditinstitute finanzieren maximal 10-15% über dem eigentlichen Kaufpreis. Es ist ratsam, die Kaufnebenkosten möglichst aus Eigenkapital zu bestreiten, da dies die Finanzierungskonditionen verbessert.
Gibt es Unterschiede bei den Nebenkosten zwischen Neu- und Bestandsimmobilien?
Die grundsätzlichen Nebenkosten sind gleich. Bei Neubauten können jedoch zusätzliche Kosten für Sonderausstattungen oder Außenanlagen anfallen. Bei Bestandsimmobilien sollten potenzielle Renovierungskosten einkalkuliert werden. In Sachsen gibt es spezielle Förderprogramme für die Sanierung von Altbauten, besonders in ländlichen Regionen. Nutzen Sie hierfür aktuelle Informationen zu Förderprogrammen zum Beispiel auf www.sab.sachsen.de
Kann man bei den Kaufnebenkosten Steuern sparen?
Bei der Grunderwerbsteuer kann man durch die Trennung von Grundstück und Gebäude und/oder die separate Ausweisung von Inventar steuerliche Vorteile geltend machen. Für selbstgenutzte Immobilien bieten Handwerkerleistungen und energetische Sanierungsmaßnahmen potenzielle Steuererleichterungen. Da sich die Steuergesetzgebung regelmäßig ändert, ist eine fachkundige Beratung für die optimale Nutzung dieser Möglichkeiten empfehlenswert.

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